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Textkomprimierung aktivieren

Von Christian Schreiber · Aktualisiert am

Meldet Lighthouse oder Pagespeed Insights Textkomprimierung aktivieren, liefert der Server HTML, CSS, JavaScript, JSON oder SVG unkomprimiert aus. Jede dieser Dateien könnte als deutlich kleinerer komprimierter Datenstrom über das Netz gehen und vom Browser in Sekundenbruchteilen entpackt werden. Es ist eine der günstigsten Maßnahmen überhaupt: keine Änderung am Code, eine Einstellung am Server oder CDN, und die Ersparnis gilt ab der ersten Anfrage für jeden Besucher.

Aus den Messungen von PerfDelta: Lighthouse meldet diesen Befund auf 4 % von 4.108 gemessenen Startseiten. Die geschätzte Einsparung liegt im Median bei 454 ms. Mehr dazu im Datenblock unten.

Was der Befund prüft

Lighthouse sieht sich jede textbasierte Antwort an, die die Seite lädt, und vergleicht die übertragene Größe mit der Größe nach Komprimierung. Eine Ressource landet im Befund, wenn sie Text ist (HTML, CSS, JavaScript, JSON, XML, SVG und verwandte Typen), ohne Content-Encoding für br, gzip oder deflate ausgeliefert wurde und die Komprimierung einen nennenswerten Anteil der Bytes sparen würde. Binärdateien wie Bilder, Videos und WOFF2-Schriften sind bereits komprimiert und gehören nicht zu diesem Befund.

Im Pagespeed-Insights-Report stehen die betroffenen URLs mit der möglichen Einsparung. In neueren Lighthouse-Versionen ist die Prüfung des HTML-Dokuments in den Insight zur Dokumentlatenz gewandert, der auch Weiterleitungen und Serverantwortzeit umfasst. Die Lösung bleibt dieselbe.

So funktioniert die Komprimierung zwischen Server und Browser

Der Browser meldet in jeder Anfrage, was er entpacken kann: Accept-Encoding: gzip, deflate, br, zstd. Der Server wählt eines dieser Verfahren, komprimiert den Antwortkörper und kennzeichnet ihn mit Content-Encoding: br (oder gzip). Der Browser entpackt beim Empfang. Beide Schritte sind schnell im Vergleich zu der Zeit, die die zusätzlichen Bytes auf einer Mobilfunkverbindung kosten würden. Deshalb lohnt sich die Komprimierung schon bei Dateien ab wenigen Kilobyte.

Zwei Verfahren spielen in der Praxis eine Rolle:

Ein Server, der beides anbietet, nutzt Brotli für Browser, die es akzeptieren, und fällt sonst auf Gzip zurück. Wie stark eine Datei schrumpft, hängt vom Inhalt ab: minimiertes JavaScript und CSS mit vielen Wiederholungen komprimiert sehr gut, bereits komprimierte Daten gar nicht.

So aktivieren Sie die Textkomprimierung

1. Prüfen, was der Server heute liefert

Fordern Sie eine CSS- oder JavaScript-Datei mit browserüblichem Header an und sehen Sie sich die Antwort-Header an:

curl -sI -H "Accept-Encoding: br, gzip" https://example.com/assets/app.js | grep -i content-encoding

Fehlt die Zeile content-encoding, ist die Datei unkomprimiert. Prüfen Sie auch das HTML-Dokument, denn Anwendungsserver und statische Dateiauslieferung sind häufig getrennt konfiguriert.

2. Apache

Gzip über mod_deflate, das meist schon installiert ist:

<IfModule mod_deflate.c>
  AddOutputFilterByType DEFLATE text/html text/plain text/css text/xml
  AddOutputFilterByType DEFLATE application/javascript application/json
  AddOutputFilterByType DEFLATE application/xml image/svg+xml
</IfModule>

Brotli braucht mod_brotli (ab Apache 2.4.26) mit AddOutputFilterByType BROTLI_COMPRESS für dieselben Typen. Auf Shared Hosting sind diese Module oft zentral aktiviert; das Hosting-Panel oder eine Anfrage beim Support klärt das am schnellsten.

3. Nginx

gzip on;
gzip_vary on;
gzip_min_length 1024;
gzip_types text/plain text/css application/javascript application/json
           application/xml image/svg+xml;

Brotli gibt es als Modul ngx_brotli (brotli on; brotli_types ...;). Viele Distributionen liefern Nginx ohne dieses Modul aus, prüfen Sie es mit nginx -V, bevor Sie sich darauf verlassen.

4. CDN und Hosting-Plattformen

Cloudflare, Fastly, Akamai, CloudFront, Vercel und Netlify komprimieren Textantworten am Rand des Netzes, meist standardmäßig oder mit einem Schalter. Shopify, Wix, Squarespace und Webflow komprimieren ihre eigenen Dateien; der Befund zeigt auf diesen Plattformen fast immer auf ein Drittanbieter-Skript oder eine extern eingebundene Datei, nicht auf die Plattform. Beim WordPress-Hosting liegt die Einstellung beim Hoster; Caching-Plugins können Gzip nur ergänzen, wenn der Server es erlaubt.

5. Statische Dateien beim Build vorkomprimieren

Dateien, die sich zwischen zwei Deployments nicht ändern, komprimieren Sie einmal auf höchster Stufe und lassen den Server die .br- oder .gz-Datei neben dem Original ausliefern. Build-Werkzeuge erledigen das über ein Plugin (etwa Kompressions-Plugins für webpack, Vite oder Rollup), Nginx liefert sie mit gzip_static on; und brotli_static on; aus. Damit verschwindet der Rechenaufwand komplett aus dem Anfragepfad.

6. Prüfen und geprüft halten

Wiederholen Sie den curl-Aufruf und achten Sie auf content-encoding: br oder gzip, dann testen Sie erneut mit Pagespeed Insights. Nehmen Sie die Prüfung in den Smoke-Test Ihres Deployments auf, denn die Komprimierung gehört zu den Einstellungen, die nach einem Serverumzug oder CDN-Wechsel stillschweigend verschwinden.

Was die Komprimierung nicht löst

Komprimierung verkleinert die Übertragung, nicht die Arbeit des Browsers. Ein JavaScript-Bundle von 1 MB muss nach dem Eintreffen trotzdem geparst und ausgeführt werden. Nicht verwendetes JavaScript reduzieren und Ausführungszeit senken bleiben eigene Aufgaben. Für Bilder und Schriften bringt sie nichts; dafür gibt es moderne Bildformate und richtig dimensionierte Bilder. Zusammen mit dem Schritt, CSS und JavaScript zu minimieren, ist sie der letzte Schritt für Text, nicht der ganze Weg.

Häufige Fragen

Brotli oder Gzip?

Beides, wo der Server es unterstützt. Brotli für Browser, die es akzeptieren, Gzip als Rückfall. Geht nur eines, nehmen Sie Gzip: Es wird überall unterstützt und holt den größten Teil der Ersparnis.

Bremst die Komprimierung den Server?

Dynamische Komprimierung kostet je Antwort Rechenzeit, auf mittleren Stufen aber wenig und weit unter der gesparten Netzwerkzeit. Statische Dateien lassen sich beim Build vorkomprimieren, dann fällt der Aufwand im Anfragepfad ganz weg.

Warum meldet Lighthouse den Befund weiter, obwohl die Komprimierung aktiv ist?

Meist stammt eine der gelisteten Dateien von einem anderen Server, etwa ein Drittanbieter-Skript, eine externe CSS-Datei oder das CSS eines Schriftdienstes. Prüfen Sie die URLs im Befund; jeder Ursprung braucht seine eigene Einstellung.

Hilft Komprimierung bei Bildern oder Schriften?

Nein. JPEG, WebP, AVIF und WOFF2 sind bereits komprimiert. Eine zweite Komprimierung spart nichts und kostet Rechenzeit, deshalb gehören diese Typen nicht in die Liste.

Was die Messdaten von PerfDelta zeigen

Lighthouse meldet diesen Befund auf 4 % von 4.108 gemessenen Startseiten. Die geschätzte Einsparung liegt im Median bei 454 ms.

Datenstand 16.10.2026, täglich neu berechnet. Quelle: eigene Messungen von PerfDelta (Chrome UX Report und Lighthouse), Details in den Website Speed Statistiken und in der Methodik.

Grenzwerte und Quellen

Quellen:

Alle Quellen abgerufen am 09.10.2026. Grenzwerte und Dokumentation ändern sich; maßgeblich ist die verlinkte Seite.

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